Gestohlener Himmel. Widerstehen im Knast.

Von: Trägerkreis des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises (Hrsg.)

Literatur aus dem deutschen Strafvollzug Thom Verlag, Leipzig 1995.

Gestohlener Himmel. Widerstehen im Knast

„Widerstehen ... um sich das Leben nicht ganz aus der Hand nehmen zu lassen", ist das Motto des Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für Gefangene 1995.Die vorliegende Anthologie versammelt die aus­gezeichneten 16 Texte sowie die Dokumentation zweier Sonderpreise. Häftlinge in deutschen Gefängnissen schrieben unterschiedlichste Kurz­geschichten, Erfahrungsberichte, Tagebuch­auszüge, Spielszenen und lyrische Texte. Sie alle lassen erkennen, wieviel Kraft nötig ist, um dem alltäglichen, oft jahrelangen Trott von Erniedrigung und Entmündigung im Strafvollzug nicht völlig zu unterliegen. Sie zeigen aber auch Phantasie, Kreativität und den Versuch, Hoffnung auf das Leben außerhalb der Gitter zu bewahren.„Weißt du, was die größte Folter für einen Gefangenen wäre? Daß man ihm den Himmel wegnähme. Uns hat man ihn genommen. Drei Wochen haben sie gebaut, geschweißt, gehämmert, bis das Fenster zur Freiheit zu­gedeckt ist. Nun sind nicht mehr nur Häuser und Mond auf dem Bild von Klee über meinem Bett kubisch - auch der Himmel, der Mond über meinem Fenster ist in kleine, schwarzumrandete Quadrate gestückelt." Bruno Heinzer